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UELI DER KNECHT 2015

Im Sommer 2015 spielt das Landschaftstheater Ballenberg «Ueli der Knecht» nach dem Roman von Jeremias Gotthelf.
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Ueli der Knecht

„Ueli der Knecht“ ist eine der schönsten Liebesgeschichten der Weltliteratur – und das ist ein kleines Wunder. Denn tatsächlich hat Gotthelf einen sehr strengen Entwicklungsroman geschrieben, eine eigentliche, vierhundert Seiten starke Predigt darüber, was den Menschen gut und christlich macht. Dass in diesem strengen Korsett grosse Weltliteratur entstehen konnte, liegt an der Meisterschaft, in der Gotthelf jeden einzelnen Charakter dieses personenstarken Werks zeichnet, in hinreissender Genauigkeit und leisem Spott. Selten wurden die eigeligen „Ämmitaler Grinde“ so träf gemalt, bis hin zu ihren vielfältigen Sprachblüten. In ihrer allzu menschlichen Art finden nicht nur wir Schweizer uns wieder. Wie Hermann Hesse schrieb: „Dieser Gotthelf ist einer von den paar ganz wenigen Dichtern, in welchen ein Stück Welt, rund und rein und hundertfältig zum Ausdruck gekommen ist.“
Die Geschichte kennt jeder: Der junge Ueli, ein kleiner Knecht, hat so mancherlei Laster. Er ist liederlich, trinkt und stellt den Mädchen nach. So schafft man sich keinen guten Namen. Der allerdings ist mehr wert als jeder Adel, als Reichtum und mächtige Beziehungen, das lehrt uns Gotthelf, und Ueli bekommt es von seinem Bauern eingetrichtert. Die Werte, die der Bodenbauer ihm beibringt, könnten gutschweizerischer nicht sein: Sei ehrlich, sei fleissig, bescheiden und ausdauernd. So schaffst du dir unweigerlich einen guten Namen. „Dä Name tuet üs d‘ Härz uf oder versperrt sie, macht üs wärt oder unwärt, gsuecht oder verstoosse.“
Und tatsächlich, sobald Ueli dem Meister Glauben schenkt, öffnen sich ihm die Herzen. Nicht nur er selbst verändert sich, sein Wandel verzaubert wiederum seine Umgebung, und plötzlich öffnen sich ihm allerhand Türen zu einem besseren Leben. Versuchungen locken, die Ueli in mehr als eine Falle tappen lassen, doch schliesslich scheint alles aufgegleist: Das arme Knechtlein kann einen Hof übernehmen, ist plötzlich wer – nur ein Herz gilt es noch zu erobern. Und das reizende Vreneli ziert sich ganz unerwartet heftig: „Hochzyt ha isch no viel ärger as Sterbe“, schimpft es. „Bim Sterbe weiß me doch no öppe, ob me selig wird oder ob eim dr Tüfel nimmt, bim Hochzytha cha me gar nüt wüsse.“
Doch natürlich gewinnt Ueli zuletzt auch dieses widerspenstige Herz, die Hochzeitsglocken läuten, und wüssten wir nicht, dass Gotthelf einen weiteren, wieder 400 Seiten starken Roman über ihr Eheleben bereit hält, „Ueli der Pächter“, wären wir überzeugt, jetzt kommt alles, alles gut.

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LANDSCHAFTSTHEATER BALLENBERG


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3858 Hofstetten
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